Unerwartet zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite, obwohl am Vormittag noch triste, graue Wolken am Himmel hingen. Doch als hätte jemand ein wenig Mitleid mit den 48 neuen Mitgliedern der fünften Klassen, klarte der Himmel auf und tauchte die Festgesellschaft aus Eltern, Schulleitung, Vertretern des Vereins „Campus Lützen e. V.“ sowie Lehrkräften in wärmendes Sonnenlicht.

Die Feierstunde im Park des Schlosses war bereits fortgeschritten und die ersten Schülerinnen sowie Schüler erhielten ihre Zuckertüten und nahmen ihren Platz neben dem zukünftigen Klassenlehrer ein, als etwas Ungewöhnliches geschah. Plötzlich näherten sich rasche Schritte der Schulleiterin Frau Littmann und ein paar geflüsterte Worte folgten. Als Frau Littmann nun erneut ans Mikrofon trat, breitete sich Heiterkeit in der Versammlung aus. Es stand tatsächlich der falsche Klassenlehrer neben den neuen Fünftklässlern.

Ein sympathisches Missgeschick leitet das zehnte Schuljahr seit der Gründung der Freien Gesamtschule „Gustav Adolf“ in Lützen ein, wobei es Herrn Mende bei seiner Begrüßungsrede besonders wichtig war die Bedeutung der Zahl „zehn“ nicht nur für die Schule, sondern auch für die zukünftigen Lernenden zu betonen. Schließlich seien die meisten der Fünftklässler nun ebenso alt wie die Schule und manche von ihnen würden sogar fast zehn Jahre an der Freien Gesamtschule bleiben, wenn sie das Abitur anstreben.

Insgesamt wird das zehnjährige Jubiläum jedoch nicht nur den Alltag des neuen Jahrgangs prägen, sondern auch den aller anderen Schülerinnen und Schüler an der Freien Gesamtschule. Verteilt über das gesamte Schuljahr finden kleinere Veranstaltungen ihren Platz im Schulleben, die einerseits das langjährige Bestehen der Schule feiern und hervorheben, aber auch dem dringenden Wunsch folgen, das Schulleben wiederzuerwecken, welches durch die Pandemie oftmals auf das Nötigste reduziert werden musste. So wird am Ende des Schuljahres hoffentlich ein großes, gemeinsames Fest mit vielen Gästen stehen, welches den angemessenen Rahmen für das Jubiläum bilden wird.

Dass der Besuch der neuen Schule nicht nur vom angenehmen sozialen Miteinander, sondern auch vom Nach- und Mitdenken geprägt ist, verdeutlichte anschließend Frau Littmann, indem sie die Schülerinnen und Schüler der fünften Klasse in ihrem Redebeitrag auf eine kleine historische und geographische Reise mitnahm, wobei die Zuhörer das Land und den Ort der Reise erraten sollten. Und letztendlich zeigte der Fauxpas mit dem falschen Klassenlehrer auch etwas Wichtiges: Das Lachen der Anwesenden bewies, dass Fehler zum Alltag der Kinder sowie der Erwachsenen gehören und keinen „Weltuntergang“ bedeuten. Man sollte sie aber erkennen können und dazu trägt auch die Schule mit ihren verschiedenen Fächern bei.

Am Ende heizte die Schulband, die vorübergehend nur aus Lehrkräften besteht und die Einschulung musikalisch begleitete, den Besuchern noch einmal ein. Es wurde mitgeklatscht, mancher traute sich zumindest leise mitzusingen und einige der Fünftklässler staunten über die Stimmgewalt des eigenen Klassenlehrers. So schwungvoll begann das neue Schuljahr 2021/2022.

 

Autor: Tim Reinke