Vereinsgründung

In den zurückliegenden Jahren zeichnete sich in den landespolitischen Entscheidungen ab, dass die Sekundarschule Lützen perspektivisch einer Schließung zugeführt werden sollte.
Mit Verabschiedung des entsprechenden Schulentwicklungsplanes durch den Kreistag des Burgenlandkreises wurde bereits im Jahr 2010 die damalige 5. Klasse in die Beuditzschule nach Weißenfels umgeschult. Damit fehlte an der für den Betrieb einer Sekundarschule erforderlichen Gesamtschülerzahl ein ganzer Jahrgang.
Letztendlich wurde die Schließung der Sekundarschule Lützen für das Ende des Schuljahres 2011/2012 bekanntgegeben.
Insbesondere im Hinblick auf ausreichend Bedarf an Schulplätzen wurde dieser Verlust an einer ortsnahen Bildungsmöglichkeit nicht hingenommen.


Arbeitete eine aus Bürgern, Wirtschaftsvertretern und Kommunalpolitikern bestehende Initiativgruppe zunächst daran, die Schließung zu verhindern, änderte sich die Zielstellung nach Bekanntgabe der Schließung nicht nur, sondern die Initiativgruppe erhielt eine starke Unterstützung aus dem Umfeld.
Nach umfangreichen und arbeitsintensiven Vorbereitungen fand im Mai 2011 die Gründungsversammlung des Trägervereins "Freie Gesamtschule Gustav Adolf e.V." statt. Über 100 Bürgerinnen und Bürger, Unternehmer, Eltern sowie Interessenten waren anwesend und hoben den Verein im völlig überfüllten Sitzungssaal des Lützner Rathauses aus der Taufe. Das war die offizielle Geburtsstunde der neuen Freien Gesamtschule in der Schwedenstadt.


Vereinsfest

Am 23. September 2011 richtete der Verein anläßlich seiner offiziellen Eintragung ins Vereinsregister Stendal ein Fest aus. Über 250 Mitglieder, Förderer, Interessenten und Gäste waren der Einladung gefolgt. Hier ein paar Eindrücke von der Feier mit Kindermusical, Grillen, Waffelbäckerei und großer Tombola.

 

Kindermusical

Die 2. Klasse der Grundschule Lützen führte in der Kirche das Kindermusical "Der kleine Kerl vom anderen Stern" auf. Die Kinder hatten das Stück lange einstudiert und schon zur Einschulung der ersten Klasse im August im Roten Löwen aufgeführt.

In bunter Dekoration begleiteten die Gäste das kleine außerirdische Kerlchen auf der Suche nach seinem Raumschiff, das es auf der Erde verloren hatte.

Alle Anwesenden waren begeistert und so startete das Vereinsfest mit großem Erfolgserlebnis für die Kinder.

 

Scheckübergabe

In der Kirche war jeder Platz besetzt, sogar auf der Empore hatten sich Gäste versammelt.

Der Vorstandsvorsitzende des Trägervereins "Freie Gemeinschaftsschule Gustav Adolf" e.V., Mario Mende gab den Anwesenden einen Abriss der bisherigen Entwicklung des Schulprojektes.

Überraschung! Pfarrer Salomon überreichte einen Scheck über 20 000 Euro. Sechs regionale Firmen hatten sich hier zusammengeschlossen, um ein Signal zu setzen.

Klaus Trittmacher von der Firma Röchling Technische Kunststoffe KG unterstrich in einer kurzen Rede die Bedeutung einer Schule für die Stadt Lützen, ihre Einwohner und die ansässige Wirtschaft.

 

Das Fest im Anschluss

Auf dem Kirchhof waren Tische und Bänke aufgestellt worden (ein Dank an die Freiwillige Feuerwehr Lützen!!!), so dass die zahlreichen Besucher sich setzen und etwas essen (ein Dank den Lützener Fleischern) und trinken (noch ein Dank an die Firma Bennemann) konnten.

 

Das leibliche Wohl

Für das leibliche Wohl war umfassend gesorgt: es gab Getränke, Waffeln, Fischbrötchen und Leckeres vom Grill.

Der Erlös kommt dem Verein und damit der neuen Schule zugute.

 

Die Tombola

Großer Andrang herrschte an der Tombola, die aus gespendeten Sachen zusammengestellt wurde. Neben vielen kleinen Preisen gab es auch 5 Hauptpreise, die am Ende gesondert ausgelost wurden.

An dieser Stelle ein großer Dank an Frau Eckhardt-Schneller, die die Tombola organisiert hat.

Die Gewinner des von der Firma Aquavent gespendeten Fahrrades waren sehr stolz, auch wenn vorerst nur der große Bruder den Preis nutzen kann.

Der Erlös der Tombola wird natürlich auch für die Schule genutzt.

Ein ganz dickes Dankeschön allen fleißigen Helfern. Die Veranstaltung hat nicht nur alle Erwartungen übertroffen, sondern einmal mehr gezeigt, was alles geschafft werden kann, wenn viele Menschen mit zupacken!


Mitgliederversammlung am 25.10.2011

Auf der Tagesordnung standen wichtige und vor allem zügig zu klärende Punkte, die keinen Aufschub duldeten. Deshalb musste der Trägerverein hinsichtlich des Zeitpunktes der Mitgliederversammlung Kompromisse eingehen. Einer dieser Konzessionen war der Beginn der Versammlung. Um 18 Uhr war es wahrscheinlich nicht allen und vor allem nicht jedem berufstätigen Mitglied möglich, an der ordentlichen Mitgliederversammlung des Trägervereins der Gustav-Adolf-Schule teilzunehmen. So war der Sitzungssaal des Lützener Rathauses erstmals in der Vereinsgeschichte nicht bis zum letzten Platz gefüllt.

"Es ging nicht anders.", erklärte der Vorstandsvorsitzende Mario Mende, "Zu wichtig und zu dringend waren die Angelegenheiten, die geklärt werden mussten."

Einer der wichtigsten Punkte war eine geringfügige, aber unabdingbare Änderung der Satzung, die in ihrer bisherigen Form einer dauerhaften Bestätigung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt entgegen stand. Das wurde jetzt durch die Mitgliederversammlung einstimmig geändert. Auch die Legitimation des Vorstandes zur Wahrnehmung von Gesprächen mit einer Bank bedurfte der Bestätigung der Versammlung, die gleichfalls einstimmig erteilt wurde.

Weiterhin wurden neue Mitglieder aufgenommen und - ebenfalls per einstimmigem Beschluss - zwei Kassenprüfer sowie ein neues Mitglied für einen frei gewordenen Sitz als Beirat des Vorstandes gewählt.
Mario Mende informierte die Anwesenden darüber hinaus über den aktuellen Stand der Entwicklung des Schulprojektes und die bisher realisierten Maßnahmen. Abschließend nutzte Herr Tiedtke die Möglichkeit, detailliert über die anstehende Blutspende- und Typisierungsaktion am 5. November 2011 in Gostau zu informieren. Der Trägerverein wird vom Organisator der Aktion als Begünstigter geführt und erhält die ausgelobten Erlöse. Für jede Blutspende bekommt der Verein fast 14 Euro!

Mit dem guten Gefühl, seit Gründung des Vereins dem ganz großen Ziel zum Start der Schule einen bedeutenden Schritt näher gekommen zu sein, wurde die ordentliche Mitgliederversammlung schließlich beendet. Und natürlich auch in der Gewissheit, dass man sich spätestens am 5. November zur Blutspendeaktion in Gostau wiedersieht.


Blutspende und Typisierungsaktion in Gostau

Zugegeben: Wir hatten Bedenken hinsichtlich des Erfolgs der gemeinsamen Blutspendenaktion des Trägervereins der Schule, der Blutbank Leipzig und des Fördervereins für das Blutspenden in Westsachsen. Immerhin fand erst vor rund vier Wochen eine Blutspendenaktion in Lützen statt und damit fielen die dortigen Teilnehmer leider schon einmal als potenzielle Spender für unser Vorhaben weg.

Was aber dann im Gemeindezentrum Gostau am 5. November geschah, das hat selbst die erfahrenen Veranstalter aus Leipzig überwältigt. Die Parkplätze vorm Zentrum waren berstend voll, im Gebäude standen die Menschen Schlange und die Liegen, auf denen die Spender an den "Zapfstellen" lagen, wurden im wahrsten Sinne des Wortes nicht kalt.

 

Insgesamt fanden sich 130 Spendenwillige im Gemeindezentrum ein, von 119 Personen konnte schließlich Blut entnommen werden. Wolfgang Tiedtke, bei dem die Fäden der Organisation zusammenliefen, war begeistert: "Vor allem die Zahl der Erstspender ist absolut überragend! Rund 70 Prozent aller 119 Spender haben heute zum ersten Mal Blut gegeben. Das hatten wir in dieser Größenordnung lange nicht und es ist sicher auch darauf zurückzuführen, dass die Spender auch für die Schule Gutes tun und zeigen wollten, dass sie hinter diesem Vorhaben stehen."


Insgesamt wurden 53,5 Liter Blut gespendet. Für jede 450 ml-Spende erhielt der Trägerverein der Schule 13,50 Euro. Hinzu kam eine Zuwendung des Blutspendevereins Westsachsen in Höhe von 130 Euro. Am Vormittag erschien auch der Lützener Ortsbürgermeister Uwe Weiß und Dietmar Goblirsch mit einer weiteren Überraschung. Der Lützener Ortschaftsrat hatte Spendengelder gesammelt und übergab dem Trägerverein der Schule einen Scheck in Höhe von 300 Euro! Im Laufe des Tages waren auch noch weitere spontane Spenden, so unter anderem vom Personal der Blutbank und des Blutspendevereins, von Blutspendern, Vereinsmitgliedern und Gästen eingegangen.

 

So konnte Vereinsvorstand Mario Mende am späten Nachmittag zufrieden in die Kameras strahlen und einen Spendenerlös des Tages in Höhe von 2.280,10 Euro präsentieren. Bevor wir einen Blick hinter die Kulissen und auf die Vorbereitungen sowie den Ablauf des Tages werfen, möchte sich der Trägerverein der Freien Gesamtschule "Gustav Adolf" e.V. bei allen Spendern, fleißigen Helfern, Förderern und Unterstützern bedanken. So unter anderem beim Bürgermeister der Stadt Lützen, beim Ortsbürgermeister und dem Ortschaftsrat der Stadt Lützen, bei der Ortsbürgermeisterin und dem Ortschaftsrat der Ortschaft Sössen, bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Blutbank Leipzig, beim Förderverein für das Blutspenden in Westsachsen e.V., beim Taubenkirmesverein Sössen, bei allen fleißigen Helfern, den Spendern der Speisen und Getränke und natürlich bei all jenen Menschen, die für unsere Schule im wahrsten Sinne des Wortes ihr Blut gaben.
 

Der Blutspendetag:

 

Samstag morgen, 8 Uhr in Gostau. Manchem war noch  der Schlaf in die Augen geschrieben, als die ersten Fahrzeuge anrollten. Mitglieder des Trägervereins brachten das Essen. Brötchen wurden geschmiert, Schnittchen belegt, das Buffet aufgebaut und die Räume hergerichtet.

Gegen 9 Uhr kam das Blutspende-Team angerollt und baute das gesamte Equipment auf. Organisationsleiter Wolfgang Tiedtke wies die Mitarbeiter ein. Das Ärztezimmer wurde eingerichtet, die Liegen aufgestellt, Informationsstände eingerichtet. Derweil bildete sich am Eingang schon eine Schlange Spendenwilliger.

Pünktlich um 10 Uhr wurde die Tür geöffnet und SOFORT begann der Ansturm. Er war so überwältigend, dass die Spender sogar Wartezeiten von bis zu einer Stunde in Kauf nehmen mussten. Aber das war kein Problem. Man kannte sich aus den Ortschaften. An Unterhaltung mangelte es also nicht und so verging die Zeit wie im Fluge.

Auch die Informationsstände des Schulvereins waren stark frequentiert und so manche Schüleranmeldung oder Mitgliedschaftsantrag wurde in der Zwischenzeit ausgefüllt.

Bürgermeister Dirk Könnecke und Vereinsvorstand Mario Mende ließen es sich nicht nehmen, mit gutem Beispiel voran zu gehen und zählten zu den ersten Blutspendern.

Der eigentliche Vorgang der Blutspende dauerte übrigens nur 6-8 Minuten.

Danach waren die meisten Spender sofort wieder guter Dinge und konnten in die Kamera lachen.

Im Zentrum der Unterhaltungen stand natürlich das Schulprojekt und so wundert es nicht, dass auch hier bei Kaffee und kulinarischen Köstlichkeiten zahlreiche neue Sponsoren sowie Spender gewonnen werden konnten.

Nach der Blutabnahme trafen sich die Spender im Aufenthaltsraum. Dort wartete ein reichhaltiges Buffet  und es wurden auch lange Gespräche geführt.

Um die Mittagszeit flaute der Zustrom etwas ab. Das  Team nutzte die Zeit, um noch einmal durchzuatmen.

Das war auch gut so, denn gegen 13 Uhr setzte der zweite Run auf die Blutzapfstellen ein. Der hielt bis  15 Uhr an. Ein Spendenwilliger musste sogar abgewiesen werden, weil alles bereits abgebaut war, als er eintraf.

Ab etwa 15  Uhr waren noch einmal viele Hände gefragt. Alles musste abgebaut, aufgeräumt und gereinigt  werden.

Es blieb auch viel Essen übrig. Diese Speisen wurden   vom Förderverein für das Blutspenden Westsachsen e.V. mit nach Leipzig genommen und dort sozialen Einrichtungen übergeben. So wurde ganz nebenbei noch ein weiterer guter Zweck erfüllt.

 

Zusammenfassend betrachtet

"Diese Aktion war ein überwältigender Erfolg!", resümierte Mario Mende am Abend. "Das muss man erstmal setzen lassen und verarbeiten." In den kommenden Tagen, so der Vorstand, müsse das alles geordnet werden. Auch emotional. "Neben den in Euro, Millilitern und Spendenwilligen zählbaren Daten," so Schatzmeisterin Sylke Grunert, "sind da noch jede Menge Emotionen, Zuspruch und ideelle Unterstützung, die wir auf der Haben-Seite verbuchen können. Das ist mindestens ebenso wichtig und für uns ein wahrer Motivations-Schub."
Die stellvertretende Vereinsvorsitzende Peggy Goblirsch stimmte dem zu und ergänzte: "Es kamen ja nicht nur Spender. Viele brachten ihre Familie mit, auch die Kinder. Alle hatten Spaß und gute Unterhaltung. Insofern war das heute darüber hinaus ein sozio-kulturelles Ereignis, das in beeindruckender Weise gezeigt hat, welchen hohen Stellenwert die Gustav-Adolf-Schule in Lützen und allen Ortsteilen hat."


Schwedenfest

 

Am 6. November 2011 jährte sich der Todestag König Gustav II. Adolfs zum 379. Mal. Der nach wie vor populäre schwedische Monarch und erfolgreiche Feldherr fiel 1632 in der Schlacht bei Lützen und hatte mit seinem Wirken für nachhaltige fortschrittliche Veränderungen in ganz Europa gesorgt.

Wie es in Lützen schon seit vielen Jahrzehnten guter Brauch ist, wurde die Wiederkehr des Ereignisses auch 2011 mit einem "Tag der Begegnung" begangen. Diese Gelegenheit nutzte auch der Trägerverein der Gustav-Adolf-Schule zu ausgiebigen Gesprächen mit internationalen Gästen, Freunden und Interessenten.

Groß war das Interesse vor allem auf schwedischer Seite. Und das nicht nur wegen des bekennenden Namens der Gustav-Adolf-Schule, sondern vor allem hinsichtlich inhaltlicher Aspekte.

 

An der Gustav-Adolf-Gedenkstätte

In einem Gespräch am Rande der traditionellen Kranzniederlegung an der Gustav-Adolf-Gedenkstätte in Lützen loten der Botschaftsrat der der Botschaft des Königreiches Schweden, Daniel Olssen, der stellvertretende Verteidigungsattaché der Botschaft, Stefan Svan, Lützens Stadträtin Dorothee Berthold, der Vorstand des Trägervereins der Gustav-Adolf-Schule Mario Mende und Lützens Bürgermeister Dirk Könnecke (von links) sich bietende Möglichkeiten der Unterstützung der Schule und Berührungspunkte für eine enge Kooperation aus.

Das Schulprojekt stieß auf großes Interesse und bald wuchs auch der Kreis interessierter Diskussionsteilnehmer. Pfarrer Matthias Loesch von der Diasporastiftung des Gustav-Adolf-Werkes und der Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werkes e.V., Pfarrer Enno Haaks, hatten bereits konkrete Ideen, die bei Dorothee Berthold, Mario Mende und dem Lützener Pfarrer Joachim Salomon auf offene Ohren stießen.

 

Zum Empfang und zur traditionellen Kuchentafel im Roten Löwen

Auch beim Empfang im Roten Löwen und der traditionellen "Kuchentafel" rissen die Gespräche nicht ab. Mario Mende steht hier dem Regionalbischof von Wittenberg, Probst Siegfried T. Kasparick  und Pfarrer Enno Haaks  Rede und Antwort. Alle Gesprächspartner und Gäste zeigten sich beeindruckt vom Stand des Schulprojektes und vor allem von dessen Inhalten.

Auch mit kommunalen Abgeordneten wurden vertiefende Gespräche geführt. Vorstand Mario Mende nutzt hier die Gelegenheit, um die Stadträte Marion Eckhardt-Schneller und Dr. Helmut Richter auf die kommenden Aufgaben einzustimmen.

 

Natürlich war die Gustav-Adolf-Schule nicht das einzige und auch nicht das beherrschende Gesprächsthema. Man war gekommen, um das Wirken des schwedischen Königs Gustav II. Adolf sowie dessen Einfluss auf die Entwicklungen in Europa zu würdigen und des Königs anlässlich dessen Todestages zu gedenken. Eine Tradition, in deren Verpflichtung sich auch die Gustav-Adolf-Schule der Stadt Lützen sieht und deren Inhalte auch in das Wirken des Trägervereins übergegangen sind.


Finanzausschuss

In seiner Sitzung am 14. November 2011 hat der Haupt- und Finanzausschuss des Lützener Stadtrates einen weiteren Schritt zur Sicherung des Schulstandortes Lützen getan. Einstimmig wurde dem Stadtrat die Zustimmung
zur Gewährung einer Ausfallbürgschaft für die Gustav-Adolf-Schule in Höhe von 700.000 Euro empfohlen. Nachdem sich der Stadtrat bereits am 9. November im Rahmen einer Anhörung des Trägervereins der Schule positiv positionierte, war dies die zweite erfolgreich abgeschlossene Etappe auf dem Weg zur Errichtung der Freien Gesamtschule "Gustav Adolf". Entsprechend erleichtert wertete Mario Mende, Vorsitzender des Vorstands des Trägervereins, die Abstimmung: "Dieser nun auch offiziell dargestellte Schulterschluss zwischen Stadt und Schule wird in der öffentlichen Wahrnehmung auch die letzten Zweifel beseitigen. In Lützen stehen alle kommunalpolitischen und
gesellschaftlichen Kräfte zur Schule. Wir haben immer gesagt, dass wir diese Aufgabe nur gemeinsam lösen können." Nun steht  noch die abschließende Zustimmung des Stadtrates in der Sitzung am 21. November um 19 Uhr im Saal des "Roten Löwen" aus. In Anbetracht der Ergebnisse der vorangegangenen Sitzungen ist der Trägerverein zu Recht optimistisch, wenngleich Mario Mende zu bedenken gibt: "Angesichts der Höhe der beantragten Ausfallbürgschaft wäre es respektlos, von einer Formsache zu sprechen. Man muss trotz aller Bedeutung des Schulstandortes im Auge
behalten, dass es sich um eine Unterstützung handelt, die in ihrer Dimension gar nicht genug gewürdigt werden kann." Vor diesem Hintergrund möchte der Trägerverein hiermit noch einmal alle Bürgerinnen und Bürger um ihre
Teilnahme an der Stadtratssitzung bitten.


Stadtratssitzung

"Wir wollen diese Schule!"Noch während alle (!) anwesenden und stimmberechtigten Stadträte ihre Hände hoben, füllten sich sogar die Augen einiger Männer unter den Mitgliedern des Trägervereins der Schule mit Wasser. Soeben war die Ziellinie einer der wichtigsten Etappen auf dem Weg zur Errichtung der Freien Gesamtschule "Gustav Adolf" überquert worden. Der Lützener Stadtrat hat in seiner 11. Sitzung am 21. November 2011 vor rund einhundert Anwesenden einer Ausfallbürgschaft für den Trägerverein in Höhe von 700.000 Euro zugestimmt!

Vorstandsvorsitzender Mario Mende war bereits im Vorfeld nicht müde geworden, immer wieder zu betonen, dass es respektlos wäre, angesichts der Höhe dieser Bürgschaft von einer Formsache zu sprechen. Zudem waren fünf Stadträte gar nicht stimmberechtigt, da sie zugleich Mitglied des Trägervereins sind und damit befangen waren.Auch wenn es - im Nachhinein betrachtet - dieses aufrüttelnden Bekenntnisses für den Ausgang der Abstimmung gar nicht bedurft hätte, wurde die klare Positionierung des Bürgermeisters mit spontanem Beifall des Publikums quittiert. Dirk Könnecke sagte: "Egal was kommt: Wir wollen diese Schule!"

Die Stadträte stimmten dieser Aussage ausnahmslos zu und spätestens seit 21. November 2011 um genau 19:53 Uhr steht definitiv fest: Ganz Lützen steht hinter der Schule und Jeder ist bereit, seinen Beitrag für das Gelingen des Vorhabens zu leisten!Anschließend traf man den Vorstand bei Sektlaune im Gastraum des Roten Löwen. "Ein Glas nur", sagte Mario Mende "Noch ist es nicht ganz geschafft und es liegt noch jede Menge Arbeit vor uns."

Während man hinsichtlich der Zustimmung der Kommunalaufsicht des Burgenlandkreises zur Bürgschaft der Stadt und in Bezug auf die Bestätigung des Kredits bei der Bank nur noch abwarten kann, sind in Sachen Antrag zur Genehmigung der Schule beim Kultusministerium des Landes noch ein paar Hausaufgaben zu machen. "Die sind aber eher kosmetischer Natur.", lacht Schatzmeisterin Sylke Grunert zuversichtlich und die stellvertretende Vereinsvorsitzende Peggy Goblirsch fügt hinzu: "In vier Wochen ist alles getan. Dann können wir nur noch abwarten und hoffen. Bis dahin wäre aber auch weiterer Zuspruch von den ansässigen Unternehmen schön. Jetzt, wo sich ganz Lützen und seine Ortschaften zur Schule bekannt haben, zählen wir auch auf die letzten Firmen, die uns noch unterstützen wollen."


Kulturausschuss

Am 28.11.2011 präsentierte der Trägerverein sein Schulkonzept vor den Mitgliedern des Kultur- und Sozialausschusses im Vereinshaus Lützen OT Lösau.
Unter Leitung der Vorsitzenden Sunhild Lohf hatten sich 5 Stadtratsmitglieder, 2 berufene Bürger und Verteter verschiedener Vereine der einzelnen Ortschaften versammelt.
Mario Mende erörterte den interessierten Zuhörern das Prinzip der Gesamtschule, an der Hauptschulabschluss, Realschulabschluss und Abitur erreicht werden können und das Prinzip der offenen Ganztagesschule und betonte besonders die Wichtigkeit der Verbindung zur Wirtschaft.


Glühweinmarkt

Die Temperaturen waren durchaus winterlich. Statt Schneetreiben gab es allerdings erstmal einen kräftigen Wind, der den vielen fleißigen Helfern bereits beim Aufbau des Lützener Glühweinmarktes am Freitag ins Gesicht blies. Trotzdem ging die Errichtung der Holzbauten flugs von der Hand.

Am Samstag, dem 17. Dezember, wurde das Markttreiben schließlich pünktlich um 15 Uhr eröffnet. Und selbst die kühnsten Optimisten sahen bald schon ihre Erwartungen übertroffen. Es mögen rund eintausend Besucher gewesen sein, die am Vorabend des 4. Advent den Weg zum Lützener Marktplatz fanden.
Hier warteten indes kein Stände mit Erzgebirgischer Volkskunst, Kerzen, Seifen oder Socken. Vielmehr setzte der Glühweinmarkt auch in diesem Jahr die gute Tradition fort, neben vorweihnachtlichen Genüssen für Nase und Gaumen auch einen Treffpunkt für fröhliches Beisammensein zu bieten. Ein nettes Gespräch hier, ein 'Prosit' mit Glühwein dort, ein "Hallo, lange nicht gesehen' da und natürlich auch für Kinder ein reichhaltiges vorweihnachtliches Angebot. Und so roch es an jeder Ecke des Marktes anders. Das Spektrum reichte von Zimt und Cardamom über Nelke, Punsch und Backwerk bis hin zur Rostbratwurst. 

Der Trägerverein der Freien Gemeinschaftsschule "Gustav Adolf" e.V. war in diesem Jahr erstmals mit von der Partie. Auf Einladung der Freiwilligen Feuerwehr betreute der Verein einen eigenen Stand, an dem vor allem Naschereien und die neuen Schul-Anstecker reißenden Absatz fanden. "Wir haben uns riesig gefreut, uns hier beteiligen zu dürfen.", strahlte Mario Mende bereits am Freitag beim Aufbau des Marktes. "Eine Schule ist Bestandteil des öffentlichen Lebens einer Region und wenn man so integriert wird, ist das eine tolle Anerkennung."
Schon lange im Vorfeld tauschten die Frauen im Verein Rezepte aus, brüteten über den Angeboten und über der Gestaltung des Marktstandes. Schließlich hat alles gepasst. Leere Schüsseln und Teller, Backbleche und Dosen waren der beste Beweis, dass die Weihnachtsbäckerei des Schulvereins den Geschmack der Lützener getroffen hat.

Bürgermeister Dirk Könnecke (Weihnachtsmann ohne Mütze) stimmt mit Vereinsvorstand Mario Mende (Weihnachtsmann mit Mütze) letzte Details ab. Wenige Minuten später wurde der Lützener Glühweinmarkt eröffnet.

Zu Beginn regnete es noch. Aber die gute Laune der Besucher hatte auch die letzten Tropfen bald vertrieben.

Zuckerwatte, Schokoäpfel, Kräppelchen, Musikdrops und Zuckerstangen wurden quasi nonstop über den Ladentisch gereicht. Auch Kaffee und Holundertee aus der "Schulküche" waren gefragt.

Klar - die Zuckerwatte war der Renner. Auch die Preise waren konkurrenzlos fair, was übrigens für die Angebote aller Stände galt und von allen Besuchern gewürdigt wurde.

Innerhalb von drei Stunden hat das Team der "Schulküche" fast die gesamten Bestände verkauft. Dazu zählten auch 70 Portionen frisch gebackene Kräppelchen, die den Marktfrauen zeitweise förmlich aus den Händen gerissen wurden.

Ohne Unterstützung geht nichts. Weder beim Aufbau, noch beim Verkauf oder dem anschließenden Abbau der Stände. Wir bedanken uns bei unseren Helfern, die dazu beigetragen haben, dass alle Kunden schnell bedient werden konnten und niemand lange auf seine Nascherei warten musste.