Von Jan Iven - Lützen - Mittelalterliches Lautenspiel klingt am Donnerstagvormittag durch den Schlosspark in Lützen. Jungen und Mädchen in historischen Gewändern huschen zwischen den Bäumen hindurch. Einige verkaufen Schmuck oder Kräuter an Ständen, andere spielen Schach oder exerzieren mit Holzschwertern. „Zum Ende des Schuljahres haben Schüler und Lehrer der Gesamtschule gemeinsam einen kleinen Mittelaltermarkt im Schlosspark organisiert“, erzählt die Schulleiterin Anke Littmann, die sich extra für diesen Anlass noch schnell ein Mittelalterkleid im Internet bestellt hat.

 

Andere haben ihre Kleider hingegen selbst gemacht, darunter Pia, Saskia und Lara. Die drei Mädchen besuchen die Näh-AG an der Freien Gesamtschule Gustav-Adolf und haben bereits jede Menge Übung mit der Nähmaschine. „Wir machen uns eigene Hosen, Shirts oder Mützen, die sonst keiner hat. Das ist schon etwas Besonderes“, erzählt die 13-jährige Lara. Die Kleider haben die drei Mädchen aus alter Bettwäsche hergestellt. Die Näh-AG der Gesamtschule hat insgesamt sieben Mitglieder, darunter einen Jungen. „Wir müssen schließlich auch unsere Männerquote erfüllen“, sagt Lehrerin Janine Einecke lachend, die die Arbeitsgruppe leitet.

Drei Projekttage lang hatten die Schüler der Gesamtschule in dieser Woche Zeit, den Mittelaltermarkt im Schlosspark vorzubereiten. Dabei haben die jungen Leute beispielsweise Münzen, Seife und Musikinstrumente hergestellt. Es wurde gefilzt, genäht und mit der Feder geschrieben. In Zusammenarbeit mit dem Lützener Technikverein wurden historische Holzwaffen wie Schwerter, Hellebarden und Schilde hergestellt, die schließlich im Lützener Schlosspark den Besuchern präsentiert werden.

 

Und auch wenn der Mittelaltermarkt eher einen entspannten Ausklang des Schuljahres bietet, soll das Thema Geschichte auch nach den Ferien eine noch stärkere Rolle an der Gesamtschule Lützen spielen. „Nach ihrem Amtsantritt haben wir uns gleich mit der neuen Leiterin des Lützener Schlossmuseums hingesetzt und neue Pläne für die Zukunft geschmiedet“, verrät Schulleiterin Anke Littmann.

Und da die neue Leiterin Katja Rosenbaum auch einiges an Erfahrungen aus der Museumspädagogik mitbringt, möchte sie voraussichtlich ab dem kommenden Schuljahr eine Arbeitsgemeinschaft zur Lützener Stadtgeschichte an der Gesamtschule für die Jungen und Mädchen anbieten.

 

„Wir wollen auch unseren Namenspatrons Gustav Adolf stärker ins Bewusstsein rücken“, sagt Schulleiterin Anke Littmann. Und so soll es in Anlehnung an den Schwedenkönig, der bei der Schlacht in Lützen gefallen ist, demnächst eine Schwedisch-AG geben. Denkbar sind auch Klassenreisen oder ein Schüleraustausch Richtung Norden. „Wir haben auf jeden Fall schon jede Menge Ideen für das nächste Schuljahr“, sagt Schulleiterin Anke Littmann.

 

Unterdessen beginnt auf dem Mittelaltermarkt ein Feuerschlucker mit seinen Vorführungen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen Schüler, sondern um den Bekannten einer Lehrerin, der die Veranstaltung ebenso wie zwei Lautenspieler unterstütz.

An der Freien Gesamtschule werden bisher 168 Schüler in acht Klassen und vier Jahrgängen unterrichtet. Im kommenden Schuljahr kommt ein weiterer Jahrgang mit 50 Jungen und Mädchen dazu. Die Gustav-Adolf-Schule ist die einzige Gesamtschule im Burgenlandkreis und hat daher ein großes Einzugsgebiet in der Region.

Quelle: www.mz-web.de