LÜTZEN/MZ. Einstimmig empfahl der Lützener Haupt- und Finanzausschuss dem Stadtrat eine Ausfallbürgschaft für den Trägerverein "Freie Gemeinschaftsschule Gustav Adolf" zu übernehmen.

 

Fällt dessen Entscheidung ebenso aus, ist die Finanzierung einer neuen Schule für Lützen gesichert. "Und das überzeugt weitere Sponsoren", frohlockt der Vereinsvorsitzende Mario Mende schon. Dann gebe es zudem keinen Grund mehr, warum nicht auch die letzten sich noch zögerlich verhaltenen Eltern jüngerer Jahrgänge ihre Kinder an der neuen Schule anmelden sollten.

 

Dann setze die Stadt nach außen das Zeichen, das das Vorhaben auf ein solides Fundament gestellt ist.

 

 

 

Ohne Bürgschaft am Ende

Entscheidet der Stadtrat allerdings gegen die Ausfallbürgschaft, "dann können wir die Bücher zu machen, dann sind wir am Ende", gibt Mende zu. Denn nicht nur die Inhalte müssen überzeugen, sondern es muss auch deutlich werden, dass der Verein die Geldmittel sichern kann, um sein Ziel zu erreichen.

Offenbar stimmt das Konzept, das die Aktiven um den Vereinsvorsitzenden Marion Mende einige Tage zuvor den Stadträten und Ortsbürgermeistern vorgestellt haben. Denn die zahlreich erschienenen Gäste erlebten im Ausschuss keinerlei Widerstand. Und die Deutsche-Kredit-Bank hat dem Konzept auch zustimmen können - unter der Voraussetzung der Übernahme der Ausfallbürgschaft durch die Stadt.

Eine Gesamtschule mit Ganztagsbetreuung bis 15.30 Uhr und enger Anbindung an die Wirtschaft der Region soll bereits mit Beginn des nächsten Schuljahres an den Start gehen. Dann verlassen nämlich mit den Achtklässlern auch die letzten Sekundarschüler die Stadt. Sie werden auf andere Schulen aufgeteilt, weil der Kreistag mit seiner Schulentwicklungsplanung Lützen als Schulstandort aufgegeben hat. Für das erste Schuljahr in der neuen Schule sind bereits zwei Klassen voll. Am 20. Dezember geht der Antrag zur Betreibung der freien Schule an das Kultusministerium raus. Soweit fasste Mario Mende gegenüber der MZ den Stand noch einmal zusammen.

Rückzahlung gilt als gesichert

Die Stadt wird nicht direkt finanziell belastet, erklärte dazu Bürgermeister Dirk Könnecke (parteilos) das Finanzierungsverfahren: Sie übernimmt nur für sieben Jahre eine Bürgschaft über insgesamt 700 000 Euro. Denn für den Betrieb der Schule in den ersten drei Jahren sind 800 000 Euro nötig und die werden nicht durch Spenden abgedeckt. Bisher wurden 100 000 Euro gesammelt. Ab dem vierten Jahr ist die Anerkennung der Schule als Ersatzschule zu erwarten, was bedeutet, dass das Land 90 Prozent der Gesamtkosten übernimmt. Nach 2015 werden die Einnahmen aus regelmäßigem Sponsoring und Elternbeiträgen dann über den Ausgaben liegen. Damit sollen bis zum 10. Jahr dann Zins und Darlehen getilgt werden. Erfahrungen aus Oranienbaum machen Könnecke sicher, dass Lützen auf diesem Wege als Schulstandort erhalten wird.

(VON HEIKE RIEDEL)

(Quelle: www.mz-web.de)