Unter den Tischplatten wippen Füße auf und ab. Auf den Tischen werden mitgebrachte Getränke, Brotdosen und Stifte hin und her geschoben. Blicke wandern zur Uhr. So manchem vergeht die Zeit zu langsam, so manchem verfliegt sie zu schnell. Einige führen noch kleine Gespräche, während andere noch einmal in ihren Aufzeichnungen blättern.

Sowohl die Lehrkräfte als auch die Prüflinge warten auf den Moment, wo Frau Littmann durch den Türrahmen tritt. In den Händen, die gesiegelten und verschlossenen Umschläge mit den zentralen Prüfungen des Landes Sachsen-Anhalt.

Wenn die Abschlussprüfungen der 10. und 13. Klasse an der FGS Lützen ebenso wie im gesamten Bundesland Sachsen-Anhalt gegen acht Uhr beginnen, dann brechen aufregende Tage an. Und gleichzeitig zeigt sich ein Stückchen Normalität. Gerade in diesem Schuljahr 2020/2021 bilden die zentralen Abschlussprüfungen einen Grundstein an Kontinuität, in einem Jahr, welches durch Unsicherheiten und Veränderungen geprägt ist. Während nach den Sommerferien noch Schülerinnen und Schüler regelmäßig die Schule besuchen konnten, fand seit dem Beginn des neuen Jahres für die überwiegende Mehrheit der Schülerinnen und Schüler Unterricht nur noch in Form von Videokonferenzen statt. Die Abschlussklassen besaßen jedoch das Privileg, am Präsenzunterricht teilnehmen zu können. Zusätzlich wurde durch das mehrtägige „Prüfungscamp“ in der Schule sowie die Kompaktwochen der prüfungsrelevanten Fächer eine gründliche Vorbereitung gewährleistet.

Doch der Geschichtslehrer konnte sich am Morgen ein Lächeln nicht verkneifen, dass es gerade sein Fach war, welches für die Freie Gesamtschule „Gustav Adolf“ am 26. April 2021 einen „geschichtsträchtigen“ Tag einläutete: Der erste Jahrgang der noch jungen Schulhistorie trat für die Abiturprüfungen an. Achte Jahre lernten die Schülerinnen und Schüler an unserer Schule.
Jetzt sind sie bereit den höchsten Schulabschluss zu erreichen.
Am folgenden Tag stellte sich auch der vierte Jahrgang der 10. Klassen an unserer Schule den zentralen Prüfungen in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Motivierte Gesichter zeigten den Willen, das Fundament für eine erfolgreiche Ausbildung oder einen weiterführenden Bildungsweg zum Abitur zu legen.

Aber nicht allein für die Prüflinge sind es aufregende Tage und Wochen, denn auch in den Lehrerzimmern der Schule drehen sich die Gespräche der Lehrkräfte um die Prüfungen und die zukünftigen Perspektiven der Prüflinge. So ist es vielleicht ausnahmsweise in diesen zwei Wochen gar nicht so bedrückend, dass die Schule für die Prüfungszeit so verlassen ist. In der konzentrierten Stille hört man das sanfte Klicken und Pochen der schreibenden Minen viel besser.

Autor: Tim Reinke