Unter hektisch aufgespannten Regenschirmen eilen Absolventen in festlicher Kleidung über den Parkplatz. Während der Begrüßung durch Frau Littmann und Frau Bsonek beim Betreten der festlich geschmückten Turnhalle zeigt sich in den Gesichtern der Eltern nicht nur die Zufriedenheit über die erreichten Schulabschlüsse ihrer Kinder, sondern auch mancher Regentropfen musste noch aus Haaren und Gesichtern verstrichen werden. Es war sicherlich kein prachtvolles Wetter, welches die Zeugnisübergabe des 10. und 13. Jahrganges am 09. Juli 2021 begleitete, doch die Stimmung blieb davon ungetrübt.

In diesem Jahr fand aufgrund des unpässlichen Wetters die Zeugnisübergabe nicht im Schlosspark statt, sondern musste kurzfristig in die Turnhalle verlegt werden, die durch die 12. Klasse, die Lehrkräfte und Mitglieder des Campus Lützen e.V. liebevoll und elegant dekoriert wurde. Doch Herr Mende, Vorstandsvorsitzender des Campus Lützen e.V., nutzte diesen Umstand in seiner Rede, um auf eine Konstante in unserem Leben zu verweisen: Veränderung präge unseren Alltag, das zeige sich im Laufe der vergangenen Jahre am Wechsel der Orte der Zeugnisübergabe und es werde auch das zukünftige Leben aller 55 Absolventen betreffen, da für viele ein Umbruch bevorstehe: Einige werden das Abitur an der FGS Lützen anstreben, viele wagen die ersten Schritte ins Berufsleben durch den Beginn einer Ausbildung, während sich so mancher der Herausforderung eines Universitätsstudiums stellen wird.

Für die langjährigen Lehrerinnen und Lehrer sowie die Mitglieder der Schulleitung bildete der Tag zudem einen weiteren Höhepunkt, da nun die Schülerinnen und Schüler des ersten Jahrganges mit dem Abitur die Schule verlassen. Somit ging mitunter ein neunjähriger, gemeinsamer Weg zu Ende. Dabei war es der Schulleiterin Frau Littmann wichtig zu betonen, dass die an diesem Tag verliehenen Abschlüsse keinen Makel besäßen. Niemand der Absolventen müsse sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie aufgrund der besonderen Situation in den Jahren 2020 und 2021 einen vereinfachten, fast geschenkten Abschluss erreicht hätten. Vielmehr hob sie hervor, dass die Leistungen der Schülerinnen und Schüler sogar überproportional hoch eingeschätzt werden müssen, da sie durch ein neues Maß an Eigenverantwortung und Disziplin erreicht wurden.

An das Rednerpult traten auch drei Vertreterinnen der Schülerschaft. So ließen die Schülerinnen Melissa Dettler sowie Lilli Arnold aus den zehnten Klassen mit einem verschmitzten Rückblick die eigene Schulzeit Revue passieren, wobei sie die als besonders positiv wahrgenommene Klassengemeinschaft hervorhoben sowie an den Mut der Absolventen appellierten, sich den künftigen Herausforderungen des Lebens zu stellen. Für die 13. Klasse nahm Elisa Scheibe die Gelegenheit wahr, um schwungvoll und mit heiterer Ironie einen Rückblick auf die neunjährige Zeit an der FGS Lützen zu werfen. Neben dem Dank für die schöne Schulzeit fanden sich humorvolle Beobachtungen zu der besonderen „Spezies“ der Lehrer und deren berufsbedingten Hang zu mehr oder weniger gelungenen Ratschlägen, der die Anwesenden zu einem stürmischen Beifall provozierte.

Nach zwei Stunden verließ die Festgemeinde die festlich geschmückte Turnhalle. Während sich der erste Abiturjahrgang für eine spätere gemeinsame Abschlussfeier entschied, fand am kommenden Tag für die beiden Klassen des zehnten Jahrgangs eine gemeinsame Feier in Poserna statt, wobei die Eltern, Schüler als auch die Lehrkräfte das gemeinsam Erreichte feierten, in Erinnerungen aus der Schulzeit schwelgten, Zukunftspläne ausbreiteten oder das Tanzbein schwangen. In einer letzten kurzen Rede an den Jahrgang bekräftigte Herr Hinz, dass der eigene Schulabschluss nur der erste wichtige Schritt ins Leben sei, aber er großes Vertrauen in die Zukunft aller Absolventen habe. Der Applaus bestätigte, dass dieser Feststellung nichts hinzuzufügen ist.

Autor: Tim Reinke